Heidelberger Ruderin nach Krankheit wieder obenauf.
Nach dem Katharina Fricke vom Heidelberger Ruderklub im Frühjahr
krankheitsbedingt ihrer Form aus dem Vorjahr etwas hinterher laufen
musste,
ist die mehrfache Deutsche Meisterin und WM Fünfte von Mailand auf dem
besten Weg sich auch in diesem Jahr für das internationale
Rudergeschäft zu
empfehlen. Olympia in Athen ist dabei für die U23 Ruderin noch kein
Thema,
hier werden die etablierten „Altruderinnen“ des Deutschen
Ruderverbandes
noch einmal an den Start gehen. Für Katharina Fricke sind es die FISA
World
Rowing Under 23 in Poznan (Polen) und die Qualifizierung für einen
Nachfolgeplatz in einem der Leichtgewichts Boote des DRV. Dass sie sich
im
leichten Frauen-Doppelzweier gut machen würde, hat Katharina Fricke in
Duisburg auf der Internationalen Regatta vom vergangenen Wochenende
unter
Beweis gestellt. Dort ruderte sie erstmals mit ihrer
Doppelviererpartnerin
aus dem Vorjahr Laura Tasch vom Akademischen Ruderclub Würzburg auf
einem
großen Wettkampf zusammen. Klar und deutlich dominierte das von den
Trainern
des Deutschen Ruderverbandes zusammengestellte Paar über die restliche
Konkurrenz, und die war nicht ohne. Besonders wichtig für Katharina
Fricke
war, dass sie den zweiten deutschen Doppelzweier, die Renngemeinschaft
Würzburger RV Bayern/RK am Wannsee Berlin mit Claudia Schad und Nikola
Petri, deutlich mit sechs Sekunden Abstand schlagen konnten. Auch die
englische Renngemeinschaft Wallingford RC/ University of London auf
Platz
zwei und die polnische Nationalmannschaft auf Platz vier waren genauso
chancenlos wie die RG Trier und die Renngemeinschaft RG
Bennrath/Frauenruderverein Freiweg Frankfurt. „Für ein nicht
eingefahrenes
Boot eine gute Leistung,“ attestierte der eher vorsichtig urteilender
Heimtrainer Kathrina Frickes, Matthias Wiesinger. „Die beiden
(Tasch/Fricke)
haben noch Potential im technischen Bereich, das in diesem Rennen noch
nicht
zur Entfaltung kommen konnte,“ so Wiesinger weiter. Hier liegt die
Hauptaufgabe der kommenden Tage, bevor es in zwei Wochen nach Ratzeburg
zur
nächsten internationalen Regatta geht.
Auch im Leichtgewichts Doppelvierer A, der anschließend am Sonntag auf
dem
Programm stand, konnten Tasch/Fricke, ergänzt um die zuvor
geschlagenen
Schad/Petri, eine gute Figur abliefern. Die U23 Crew, die noch nie in
dieser
Formation an den Start gegangen war, konnten auf Anhieb in diesem
internationalen Klassefeld der höchsten Altersklasse mithalten. Bei
schwierigsten Verhältnissen, starkem Gegenwind und unangenehmer
Kälte lag
das Quartett bis zur Hälfte des Rennens bei 1.000 Metern sogar in
Front,
musste dann aber den Bronzemedaillengewinnerinnen von Mailand, dem
Niederländischen Ruderverband, den Vortritt lassen. England und
Spaniel
folgten abgeschlagen auf den Plätzen drei und vier.
In Köln bei der Juniorenregatta 2004 waren es Ruderer der
Rudergesellschaft
Heidelberg, die auf sich aufmerksam machten. Falk Hößler in
Renngemeinschaft
mit den Ludwigshafenern Stephan Brendel, Markus Schnitzer und dem
Mannheimer
Stephan Meißner siegten am Samstag im Leichtgewichts-Junioren-Vierer
ohne
Steuermann nach spannendem Rennverlauf mit einer knappen Bootslänge
Vorsprung vor der starken Renngemeinschaft aus Bremen, Vegesack,
Oberhausen
und Duisburg. Knapp vier Stunden nach diesem kräftezehrenden Rennen
waren es
erneut Falk Hößler von der Rudergesellschaft Heidelberg und Stephan
Meißner
vom RV Amicitia Mannheim, die sich, diesmal im Leichtgewichts-Zweier
ohne
Steuermann, der starken nationalen Nachwuchskonkurrenz stellten. In der
Zeit
von 7:03.55 siegte das Kurpfälzer Duett klar vor dem Berliner RC in
der Zeit
von 7:08.40 und dem ARC Würzburg in 7:10.90. Die Renngemeinschaften
Mülheim/Ketwig und Duisburg Oberhausen sowie Witten/Wanne-Eickel
folgten auf
den Plätzen. Hößler/Meißner bestätigten ihre gute Form am
Sonntag mit einem
weiteren Sieg in dieser Bootsgattung. Richard Jundt vom Heidelberger RK
war
ebenfalls in Köln an den Start gegangen. Im
Leichtgewichts-Junioren-Doppelvierer hat er mit seinen
Renngemeinschaftskollegen aus Nürtingen und Koblenz einen klaren Sieg
errudert und durch seinen zweiten Platz im Leichtgewichts-Junioren Einer
bewiesen, dass mit ihm in dieser Saison noch zu rechnen sein wird.
Vera Dohmen vom HRK hatte die längste Anreise zu ihrem Wettkampf am
vergangenen Wochenende. Sie musste mit ihrem Trainer Harald Punt ins
tschechische Brünn fahren, um sich dort für die
Junioren-Nationalmannschaft
zu bewerben. Gemeinsam mit Ramona Lüdemann aus Ratzeburg verkaufte sie
sich
dort bestens und gewann den Juniorinnen Doppelzweier vor vier
tschechischen
und einem schweizer Boot. Die Chancen auf eine Teilnahme an der Junioren
WM
in Banyoles Spanien sind nach diesem Auftritt deutlich gestiegen.
Holger Xandry
