Juni 2004


Dirk Marterer zweifacher Deutscher Hochschulmeister im Rudern.

Erfolgreicher als das vergangene Wochenende kann ein Wochenende für den
Heidelberger Ruderklub kaum ablaufen. Mit Vera Dohmen hat der HRK neben
Katharina Fricke, die vom Deutschen Ruderverband in der letzten Woche für
die U 23 WM in Poznan (Polen) nominiert wurde, nun auch bei den U 18
Weltmeisterschaften in Banyoles (Spanien) ein heißes Eisen im Feuer. Die
siebzehnjährige Schülerin des Hölderlin-Gymnasiums erhielt die freudige
Nachricht über ihre Nominierung nach einem Testwochenende am
Olympiastützpunkt in Berlin Grünau. Hervorragende Platzierungen in dieser
Saison, die Deutsche Vizemeisterschaft im Doppelvierer und hervorragende
Werte bei den unterschiedlichsten Leistungstests in Grünau überzeugten die
Bundestrainer vollends. Sehr angetan von Vera Dohmen ist, nach Aussage ihres
Heimtrainers Harald Punt, der für die Gesamtkoordination des deutschen
Jugendruderns zuständige Bundestrainer Dieter Altenburg. Vera wird in
Spanien im Juniorinnen Doppelvierer für Deutschland an den Start gehen.
„Dies“, so Harald Punt weiter, „ist für sie genau die richtige Bootsklasse.
Vera wird in der Gemeinschaft mit anderen jungen Damen an einem so
bedeutenden Wettkampf teilnehmen können. Etwas Schöneres gibt es für eine
junge Athletin nicht.“ Vera Dohmen befindet sich mittlerweile in einem
Trainingslager des DRV in Rostock, wo sie sich auf das Großereignis
vorbereiten kann. Ermöglicht hat ihr dies auch die Schulleitung des
Hölderlin Gymnasiums Heidelberg, das die durchweg gute Schülerin
dankenswerter weise bis zum Schuljahresende für den Sport freigestellt hat.
Aber nicht nur Vera Dohmen und Katharina Fricke sind zur Zeit für den
Heidelberger Ruderklub erfolgreich, auch Dirk Marterer, Mitglied des
HRK-Heidelberg-Achters, machte am vergangenen Wochenende erneut von sich
reden. Bei den Internationalen Deutschen Hochschulmeisterschaften in
Schwerin stieg Marterer in ein anderes, nur mit Studenten besetztes, Boot
und es gelang ihm, wie im Vorjahr, der Titelgewinn im Männer-Vierer ohne
Steuermann und im Achter. Gemeinsam mit seinem HRK-Achterpartner Andreas
Wirsieg sowie Thomas Stoll und Arne Simann aus Bremen und Hannover siegte
Marterer mit souveränen acht Sekunden Vorsprung vor der Renngemeinschaft Uni
Magdeburg/Uni Stendal und der Uni Mainz. Ähnlich deutlich war der Ausgang
des Achterrennens. In 2 Minuten 46 Sekunden absolvierte die Crew um Dirk
Marterer die 1.000 Meter lange Rennstrecke und war damit 5 Sekunden
schneller als die Verfolger aus Mannheim/Münster und Bremen/Hamburg. Die
beiden neuen Titel in der Sammlung Marterers werden ihm wohl die Nominierung
für die World University Championchips (Studenten Weltmeisterschaften) in
Brive (Frankreich) einbringen.
Auch in Ulm und in Offenbach war der HRK mit seinen Rennmannschaften am
vergangenen Wochenende vertreten. In Ulm beim Donau Cup, einer
Kurzstreckenregatta, siegte der HRK-Heidelberg-Achter und amtierende
Deutsche Sprintmeister gewohnt dominierend. „Ulm ist für uns ein
Zwischenstopp auf dem Weg zur vierten Titelverteidigung bei den Deutschen
Sprintmeisterschaften am 9. und 10. Oktober in Münster“, so Hans Winter und
Jens Klein, die Sprecher der Mannschaft. Dass sich mittlerweile mit dem
HRK-Heidelberg-Achter gut werben lässt, hat auch die Firma MLP erkannt. Seit
einigen Tagen hat die Geschäftsstelle Heidelberg VIII des
Finanzdienstleisters den Achter unter Vertrag genommen. Für Christian
Fischer, Managing Consultant bei MLP ist der HRK-Heidelberg Achter ein
Synonym für Erfolg, Teamgeist und Zielstrebigkeit, Attribute, die er gerne
in Verbindung mit dem Unternehmen sieht, für das er seine Arbeitskraft
einsetzt. Für den Jungstar Vera Dohmen ist die Vereinsführung des HRK noch
auf der Suche nach einem geeigneten Werbeträger.
Max und Moritz sind nicht nur bei Willhelm Busch ein schier unschlagbares
Team, auch der HRK kann auf ein Duo mit diesen Namen verweisen. Fünf, bzw.
sechs der in Ulm gefahrenen Rennen konnten die beiden B-Junioren (15 u. 16
Jahre) siegreich gestalten. Gemeinsam mit Kevin Bähr und Marian Schmidt
sowie Steuerfrau Mareike Brunold gewannen Max Thomas und Moritz Krämer den
Junioren Doppelvierer mit Steuerfrau vor den amtierenden
Silbermedaillengewinnern der Deutschen Jugendmeisterschaft 2004. Im
Doppelzweier waren die beiden Leichtgewichte Max und Moritz dann auch allen
schweren Kontrahenten gegenüber erfolgreich. Mit der schnellsten Zeit aller
acht Boote gewannen die beiden auch hier deutlich vor zwei Auswahlbooten der
Rennrudergemeinschaft Baden-Württemberg. Kevin Bähr und Felix Jannek
schafften in der dritten Abteilung des gleichen Rennens ebenfalls einen
weiteren Saisonsieg. Rennen 111 sollte dann den Triumph für die Klubjungen
perfekt machen. Im Junioren B Einer Leichtgewicht siegten in allen drei
Abteilungen jeweils HRK-Ruderer. Neben Max und Moritz war Norbert Jundt von
seinen Gegnern aus Esslingen und Mannheim nicht zu bezwingen. Trainer Falko
Lohberger war den auch sichtlich stolz auf den von ihm trainierten
Nachwuchs.
Falk Hässler von der Rudergesellschaft Heidelberg siegte im Junioren A Einer
in einer Klassezeit nach spannendem Rennen knapp vor dem Stuttgarter Felix
Berner.
Die Traditionsregatta von Offenbach wird schon seit Jahrzehnten von
Heidelberger Ruderern gerne besucht. Dieses Mal waren es die C-Jugendlichen,
die unter der Leitung von Gerda Ott und Betreuer Max Janson an den Main
gereist sind. Obwohl „nur“ mit den Jüngsten am Start, konnte der
Heidelberger Ruderklub mit 136 Punkten den Gesamtsieg der Regatta vor dem RC
Aschaffenburg mit 117 Punkten und dem RV Saarbrücken mit 102 Punkten
erringen. Einen wesentlichen Beitrag hierzu leisteten die beiden Siege von
Anjali Magin im Mädchen Einer der 13-jährigen Leichtgewicht, Carlo Brunold
im Jungen Einer der 12-jährigen, Philipp Thomas und Antonius Bramm im Jungen
Doppelzweier der 12-jährigen, sowie Rasmus Nagel und Johannes Brado im
Jungen Doppelzweier der 13/14-jährigen. Weiter waren siegreich Fabian Dohmen
mit Elisas Schipperges und gleich zweimal Fabian Poggenhans mit Cillian v.
Lenthe-Campos in der gleichen Bootsklasse wie Nagel/Brado, nur in den
Leistungsklassen II und III. Bemerkenswert, für Poggenhans und Campos war es
der erste Sieg im ersten Rennen. Im Mädchen Doppelvierer waren es Maxime
Krämer, Vera Funke Johanna Habicht, Anjali Magin und Steuerfrau Sophia
Jakob, im Jungen Doppelvierer erneut Küpper, Nagel, Brado und Bassemir mit
Steuermann Elias Schipperges, die durch einen Sieg ihr Scherflein zum
Gesamterfolg beitrugen. Der Mädchen Doppelvierer erhielt zur Anerkennung
seines Sieges den Ehrenpreis des Hessischen Ruderverbandes.

Holger Xandry

Bei zum Teil heftigem Wind und schlechten Wasserbedingungen ist am
vergangenen Wochenende die Deutsche Jugendmeisterschaft im Rudern in Essen
über die Bühne gegangen. Mit zwei souveränen Siegen im Leichtgewichts
Frauen-Doppelzweier und im Frauen-Doppelvierer krönte Katharina Fricke vom
Heidelberger Ruderklub ihre bisherige Rudersaison. Dabei bereitete ihr weder
das Rennen im Doppelzweier mit ihrer Partnerin Laura Tasch (Würzburg) ein
echtes Problem, noch das Rennen im Doppelvierer, das sie gemeinsam mit
Nicola Petri (Berlin), Claudia Schad (Würzburg) und wiederum Laura Tasch
bestritt. Im Doppelzweier bestachen Fricke und Tasch durch ihre fast schon
perfekte Technik und sicherten sich mit einem starken Endspurt den Sieg vor
Nicola Petri (Berlin) und Sandy Buch (Dresden). Den Doppelvierer dominierten
Fricke und ihre Mannschaft mit 10 Sekunden Vorsprung auf der Ziellinie vor
der Renngemeinschaft Köln/Berlin. Im Leichtgewichts Frauen Einer belegte
Katharina Fricke hinter ihrer Doppelzweierpartnerin Laura Tasch den zweiten
Platz und wurde Deutsche Vizemeisterin. Dabei konnte Fricke den Abstand zu
Tasch gegenüber früheren Begegnungen deutlich verringern und das, obwohl sie
keinen perfekten Start hingelegt hatte. Das raue Wasser schlug Katharina
Fricke kurzzeitig ein Ruder aus der Hand, was beinahe ein Kentern zur Folge
gehabt hätte. Kämpferisch, wie Fricke nun mal ist, arbeitete sie sich durch
das enteilte? Feld und sicherte sich die Vizemeisterschaft vor Claudia Schad
vom Würzburger Ruderverein Bayern. Glücklich und zufrieden zeigte sich
Trainer und Präsident des Heidelberger RK Matthias Wiesinger über die
Erfolge seines Schützlings. „Katha hatte in diesem Jahr krankheitsbedingt
einen schwierigen Start in die Saison, die sie nun so erfolgreich
abgeschlossen hat.“ Wirklich abgeschlossen ist die Saison für Katharina
Fricke natürlich noch nicht, im Gegenteil. Der Saisonhöhepunkt, die U 23
Weltmeister-schaft in Poznan (Polen) steht Anfang August nun fest auf dem
weiteren Programm. Mit einem Deutschen Meistertitel in der Tasche ist die
Qualifikation für diesen Wettkampf nach den Statuten des Deutschen
Ruderverbandes erreicht. So wird Katharina in Poznan im Leichtgewichts
Doppelzweier an den Start gehen.
Vera Dohmen, ebenfalls vom Heidelberger Ruderklub und ebenfalls ein riesiges
Talent, wurde Deutsche Vizemeisterin im Juniorinnen Doppelvierer A. Mit
einer knappen Bootslänge musste sie sich gemeinsam mit Stephanie Schiller,
Susanne Herbrandt und Anna Kluchert aus Potsdam und Magdeburg nur der
Renngemeinschaft Berlin/Hamburg geschlagen geben. Vera Dohmen kämpft nun
noch um eine Nominierung für die Junioren WM, die ebenfalls vom 6.-8. August
in Poznan (Polen) stattfindet.
Felix Küppers war gesundheitlich eigentlich gar nicht auf der Höhe. Erst
nach einem letzten ärztlichen Check bekam er kurz vor dem Rennen grünes
Licht für den Start im Junioren B Vierer ohne Steuermann. Der Heidelberger
steigt derzeit für die Rennrudergemeinschaft Baden-Württemberg ins Boot und
das sehr erfolgreich. In einem vollen Sechs-Boote-Feld war auf den ersten
500 Metern keine Führung auszumachen. Die drei Erstplatzierten lagen gleich
auf. Erst nach 1.000 Metern setzen sich die Boote aus Hameln und Münster
leicht von den Baden-Württembergern ab. Diese bleiben jedoch dran und haben
auf den letzten 300 Metern ihren großen Auftritt. Zunächst wird Hameln
überholt, bevor man sich mit Münster um den Sieg streitet. Erst auf der
Ziellinie wird klar, dass es für Küppers, Reinelt, Reisser und Dengler mit
neun Zehntel Rückstand „nur“ zum Vizemeistertitel gereicht hat.
Richard Jundt, erfolgreicher Junioren A Ruderer des Heidelberger RK, war in
Essen mit einer Renngemeinschaft, bestehend aus Koblenzer und Nürtinger
Ruderern, an den Start des Junioren A Doppel-Vierer Leichtgewichts Rennen
gegangen. Im Vorlauf war diese Crew noch planmäßig unterwegs und siegte klar
vor den Renngemeinschaften aus Witten/Marl/Essen und Wanne-Eickel/Essen. Im
Finale lief es dann überraschend nicht mehr ganz so rund bei Jundt und
seinen Kameraden. Lediglich als fünfter erreichte man das Ziel, welches
ursprünglich etwas höher gesteckt war.
Ihr Soll erfüllt haben Roger Palumbo, Marc Krämer, Benedikt Jammers und
Christopher Scholze, die gemeinsam mit Steuerfrau Anique Punt als reines
Vereinsboot für den HRK in einem hart umkämpften Rennen das Finale im
Junioren A Vierer mit Steuermann erreicht haben. Hier waren sie aber gegen
die starken Renngemeinschaften, die die besten Ruderer aus vielen Vereinen
zusammensetzen ohne Chance.
Trotz zwei zweiten Plätzen im Vor- und im Hoffnungslauf reichte es für die
Jüngsten des HRK-Aufgebots Marian Schmidt, Max Thomas, Moritz Krämer, Fabian
Hanpft und Steuerfrau Ines Funke im Halbfinale dann leider nicht, den Einzug
ins Finale zu errudern. Lediglich sieben zehntel Sekunden trennten die
Ruderklübler von den Konkurrenten aus Essen, die später im Finale die
Bronzemedaille erringen sollten.
Erfreulich auch das Ergebnis der Ruderer der Rudergesellschaft Eberbach.
Einmal mehr war es Axel Mayer, der wie in den vergangenen Jahren, die
Lorbeeren für die RGE errungen hat. Mit einem begeisternden Vizemeistertitel
im Männer B Vierer ohne Steuermann musste sich Mayer mit seinen Partnern aus
Hamburg und Köln Jan Müggenburg, Constantin Breds und Paul Schmitz lediglich
der Renngemeinschaft Hamm, Halle Böllberg geschlagen geben. Im Männer B
Achter gelang dem Eberbacher ebenfalls der Sprung auf das berühmte
„Treppchen“. Hier wurde der Bronzerang erzielt, Meister wurde die
Renngemeinschaft Radolfzell, Osnabrück, Dresden, die Deutschland auch bei
der U 23 WM in Polen vertreten wird. Für Boris Mayer, jüngerer Bruder von
Axel, sowie Jan Grotewohl und Simon Schiml reichte es immerhin noch für das
A-Finale. Mayer wurde bei den A-Junioren fünfter im Zweier ohne Steuermann,
Grotewohl/Schiml im Doppelvierer mit Steuermann vierte.

Holger Xandry

Einer und Doppelzweier klar dominiert.

Katharina Fricke vom Heidelberger Ruderklub hat in Ratzburg endgültig einen
Schlussstrich unter ihre krankheitsbedingte Formschwäche aus dem Frühjahr
setzen können. Mit einem Sieg im leichten Frauen-Einer B konnte sie alle
ihre deutschen Kontrahentinnen schlagen und sich eindrucksvoll für die
Nationalmannschaft empfehlen. Außer der wegen einer Krankheit fehlenden
Laura Tasch, die vor 14 Tagen in Köln den Einer gewonnen hatte, war in
Ratzburg alles an den Start gegangen, was sich Hoffnungen auf eine Teilnahme
an den internationalen Wettbewerben im Sommer macht. Nachdem Katharina
Fricke in Köln noch nicht die Kraft hatte, über die volle Distanz von 2.000
Metern im Einer zu dominieren, gelang ihr dies nun in Ratzeburg. Schon auf
den ersten Metern zeigte sich, wie viel sich Katharina für dieses Rennen
vorgenommen hatte. Wohl wissend, dass sie diesen Wettbewerb nutzen musste,
um sich weiter im Kreise der Nationalmannschaftskandidatinnen bewegen zu
können, führte sie vor den Augen der Bundestrainer mit einer guten
Bootslänge Vorsprung das Acht-Boote-Feld an. Ohne sich voll verausgaben zu
müssen, siegte Katharina Fricke souverän mit drei Sekunden Vorsprung vor der
Würzburgerin Claudia Schad und der Berlinerin Nicola Petri. Sandy Buch vom
Dresdener Ruderclub belegte den vierten Platz. Entsprechend diesem
Zieleinlauf wurden vom Deutschen Ruderverband dann zwei Doppelzweier
gebildet, die in dieser Bootsgattung erneut ihre Qualifikation unter Beweis
stellen mussten. Katharina Fricke und Claudia Schad, die beiden ersten aus
dem Einer-Rennen, gelang auch dies mit Bravur. Sie siegten vor der Dänischen
Renngemeinschaft vom Bagsvard Roklub und der Renngemeinschaft Kölner RV / RG
Hansa Hamburg.
Ein hartes Rennen musste Dirk Marterer, ebenfalls HRK in Renngemeinschaft
mit Vegesack, Hannover, Hamburg und Saarbrücken im Männer-Achter A
durchstehen. Der Ruderer, der eigentlich im HRK Heidelberg-Achter seinen
festen Platz hat, war aushilfsweise in dieses Boot gestiegen. Nach
beeindruckendem Kampf blieb der Formation hinter dem Berliner Ruderclub
knapp geschlagen immerhin der dritte Platz in einem Klassefeld.

Holger Xandry