August 2004


Poznan Katharina Fricke ist am Ziel ihrer diesjährigen Träume
angelangt. Mit
der Silbermedaille des Leichtgewichts Frauen Doppelzweier Wettbewerbs im
Gepäck ist sie am gestrigen Montag von der U 23 Ruderweltmeisterschaft
im
polnischen Posen nach Heidelberg zurückgekehrt.
Ein überglücklicher Trainer Matthias Wiesinger teilte in einem
telefonisch
geführten Interview mit, wie kämpferisch und gut vorbereitet sich
Katharina
Fricke und ihre Partnerin Laura Tasch vom Akademischen Ruderclub
Würzburg in
Posen präsentiert haben. Auf einer hervorragenden Ruderstrecke mit
bester
Infrastruktur wurde schon im Vorlauf am Freitag rasch deutlich, welche
Teams
sich in Posen am Sonntag um die Lorbeeren streiten würde. Der
bundesdeutsche
Doppelzweier mit Fricke und Tasch startete nahezu perfekt und war dem
Feld
nach einem Viertel der Distanz bereits um fünf Sekunden enteilt. Was
folgte
war mehr oder weniger Kosmetik. Den Vorsprung halten, gegebenenfalls
weiter
ausbauen und Kräfte sparen, das war die Devise im Deutschen Boot.
Fricke und
Tasch beherzigten sie und gewannen den Vorlauf souverän mit dreizehn
Sekunden vor den Zweitplatzierten. Ähnlich verlief der zweite Vorlauf,
in
dem es sich die Kanadierinnen nicht nehmen ließen, der Konkurrenz klar
zu
machen, dass sie den Titel holen wollten.
Nach einem Tag Pause, die restlichen Boote hatten ihre Hoffnungsläufe,
ging
es dann am Sonntag ans Finale. Gegen 14 Uhr wurde es für Katharina
Fricke
und Laura Tasch ernst. Der absolute Saisonhöhepunkt stand bevor. Die
Nervosität war fast schon greifbar. Alle Mühen einer langen Saison
standen
in einem achtminütigen Rennen auf dem Prüfstand. Das Ruderstadion in
Posen
war gut gefüllt, viele Schlachtenbummler gerade auch aus Deutschland
waren
anwesend, das Wetter war herrlich, die Bedingungen fair, kurz: Es konnte
los
gehen.
Ein guter Start gelang den beiden leichtgewichtigen, jungen Damen und
nach
1000 Metern wurde deutlich, was sich im Vorlauf angekündigt hatte. Die
leicht favorisierten Kanadierinnen führten und Deutschland kämpfte
mit den
überraschend starken Spanierinnen um die zweite Position. Dann kam der
große
Endspurt der deutschen Crew. Die Kanadierinnen bei 1500 Metern dem Feld
um
ca. 5 Sekunden enteilt, mussten eingeholt werden. Schlag um Schlag
kämpften
sich Fricke und Tasch unter dem Jubel der Zuschauer näher an Kanada
heran
und vergrößerte den Abstand auf Spanien und Japan, die auf dem
dritten und
vierten Platz lagen. Ganz sollte es dann aber doch nicht mehr reichen.
Mit
einer knappen Sekunde Vorsprung, das sind im Rudern bei einem
Doppelzweier
ca. 3-4 Meter, erreichte Kanada als erster die Ziellinie und verwies den
deutschen Doppelzweier auf Platz zwei. Dritter wurde mit drei Sekunden
Rückstand auf Fricke und Tasch Spanien, gefolgt von Japan, Italien und
England. Große Freude herrschte nicht nur bei der deutschen
Delegation, auch
die Eltern und Freunde der beiden erfolgreichen Damen sowie der gesamte
Heidelberger Ruderklub wie auch der Akademische Ruderclub Würzburg
waren aus
dem Häuschen. Der HRK wird seine Katharina gemeinsam mit Laura Tasch
und der
U 19 Weltmeisterin Vera Dohmen nach den Sommerferien am 17. September ab
19.00 Uhr mit einem Empfang im Bootshaus ehren. Er lädt hierzu alle
Mitglieder, Freunde, Gönner, Sponsoren und potentielle Sponsoren schon
heute
recht herzlich zu diesem Termin ein.

Holger Xandry

Berlin/Poznan Während Vera Dohmen in Banyoles um den WM-Titel der U 19
Junioren ruderte und siegte (wir berichteten RNZ v. 02.08.04), bereitete
sich ihre Klubkameradin Katharina Fricke vom Heidelberger Ruderklub
dieser
Tage in Ratzeburg auf ihren Saisonhöhepunkt die U23 Weltmeisterschaft
in
Poznan vor. Ein seltenes Glück für einen Ruderverein gleich zwei so
talentierte Damen dem internationalen Rudersport präsentieren zu
können. Und
möglicherweise steht mit Anjali Magin, der deutschen Vizemeisterin im
Mädchen Einer, eine weitere noch jüngere Nachwuchsruderin bereit um,
in
Zukunft vorsichtig in die Fußstapfen von Vera und Katharina treten zu
können.
Katharina Fricke befindet sich nach eigener Aussage in einer sehr guten
Form
und blickt optimistisch auf die anstehenden Rennen um den Titel der U 23
Weltmeisterin im Frauen Doppelzweier Leichtgewicht. Gemeinsam mit ihrer
diesjährigen Partnerin Laura Tasch vom Akademischen Ruderclub
Würzburg geht
Fricke bereits mit der Erfahrung aus der WM-Teilnahme 2003 an den Start.
Damals war sie im Frauen Einer Leichtgewicht gestartet und hatte zur
großen
Überraschung die Bronzemedaille gewonnen.
Dieses Mal bereitete sich Katharina Fricke zunächst in Ratzeburg,
später in
Berlin-Grünau vor, von wo aus sie am letzten Mittwoch nach Polen
weiter
reiste. Belastungstests aller Art standen neben dem unvermeidbaren
Techniktraining auf dem Programm. Auch Testrennen gegen den schweren
Frauen-Doppelzweier des Deutschen Ruderverbandes waren an der
Tagesordnung.
Am heutigen Freitag findet der Vorlauf der zehn potentiellen
WM-Kandidaten
statt. Darunter die starken Kanadierinne und Französinnen, die von
Bundestrainer Philipp Tibitanzl, neben den Italienerinnen und
Tschechinnen
als Hauptkonkurrenz für das deutsche Duo eingestuft werden. Sollte im
Vorlauf eine gute Platzierung (1. Platz) herausspringen, wären Fricke
und
Tasch direkt für das Finale am Sonntag qualifiziert. Wenn nicht bleibt
die
zweite Chance über den ebenfalls am Sonntag stattfindenden
Hoffnungslauf,
den sich die beiden aber gerne ersparen würden.

Holger Xandry

Cannes/Heidelberg Zum zweiten Mal nach 2003 siegte der
HRK-MLP-Heidelberg-Achter am vergangenen Wochenende bei der
internationalen
Regatta von Cannes
„Ein Erfolg, wie er keinem Vereinsboot in den letzen 21 Jahren gelang.
Erst
zwei weitere Vereine waren bisher überhaupt in der Lage, das Rennen
zweimal
zu gewinnen, so ein stolzer Trainer Harald Punt.
Nach einem Zeitrennen am ersten Wettkampftag scheidet in Cannes im
K.o.-Verfahren an den beiden folgenden Tagen immer die unterlegene
Mannschaft eines mit zwei Booten besetzten Rennens aus. So wird vom
Achtelfinale bis zum Finale für den letztendlichen Sieger viermal die
Zielglocke zuerst geläutet. Zwei Startbahnen und 500 Meter
Streckenlänge
lassen jedes der zahllosen Ausscheidungsrennen für die mehr als
eintausend
Zuschauer zu einem riesigen Spektakel werden.
Der frischgebackene Baden-Württembergische Meister um Wolfgang Walter,
Jens
Klein, Hans Winter, Johannes Hermes, Simon Eckhard, Slobodan Mögle,
Dirk
Marterer, Sebastian Buss und Steuermann Udo Kuhn schuf sich am Freitag
im
Zeitrennen mit der besten Zeit aller 24 Teilnehmer die Basis für das
Erreichen des Finales am Sonntag.
Waren es im Achtelfinale noch die Ruderer von Harmonia Hamburger, die
dem
Deutschen Sprintmeister mit gut einer Länge Vorsprung den Vortritt auf
der
Ziellinie lassen mussten, so wurde im Halbfinale die Achterformation vom
Ruderverein Osnabrück eindrucksvoll geschlagen. Mit einem speziellen
Starttraining wurde von Trainer Harald Punt noch am Sonntagmorgen dem
HRK-MLP-Heidelberg-Achter für das Halbfinale der letzte Schliff
verpasst.
Und der passte dann auch. Mit 46 Schlägen pro Minute katapultierte
sich das
Team vom Heideberger RK vom Start weg an die Spitze des
Zwei-Boote-Felds,
und wer Winter, Klein und Co. kennt, der weiß, dass sie von dort nur
noch
sehr schwer zu vertreiben sind. Dies erfuhren die französischen
Halbfinalkonkurrenten aus Reims mit aller Deutlichkeit, und so stand der
Titelverteidigung des vom Finanzdienstleister MLP gesponsorten
HRK-Heidelberg-Achters nichts mehr im Wege.
Hoch konzentriert bereitete man sich in den eineinhalb Stunden zwischen
Halbfinale und Finale auf den letzten Start vor. „Der Start“, so
Schlagmann
Wolfgang Hermes vom HRK „ist und bleibt einer der wichtigsten Momente
im
Rennen. Hier können sich Sieg oder Niederlage bereits frühzeitig
entscheiden.“
Gegner im Finale waren die Auswahlruderer der RC Uni Zürich aus der
Schweiz,
die in ihren vorangegangenen Rennen ihre Gegner oft schon deutlich vor
der
Ziellinie mit einem Siegergruß demütigten. „Dies sollte uns unter
gar keinen
Umständen passieren“, so Harald Punt. „Meine Jungs waren heiß
auf den Sieg
wie selten zuvor.“ Am Start das gewohnte Bild, der Heidelberger
Ruderklub
setzte sich mit einer Luftkastenlänge Vorsprung an die Spitze. Die
überraschten Schweizer konterten nach 200 Metern mit einem
Zwischenspurt,
den der Klub seinerseits mit einem „Zehn-Schläge-Zwischenspurt“
beantwortete
und den alten Abstand wieder herstellte. Auf dem zweiten
Streckenabschnitt
versetzten die Klübler mit einem weiteren sensationellen Spurt der
schweizer
Auswahl endgültig das Aus in diesem Rennen. Umjubelt von einer
großen Schar
von ruderbegeisterten Franzosen genossen die acht Heidelberger mit ihrem
Steuermann und dem Trainer beim Anlegen am Siegersteg ihren neuerlichen
Triumph.

Holger Xandry

Banyoles/Heidelberg Die 17 jährige Vera Dohmen vom Heidelberger Ruderklub
ist neue Junioren Weltmeisterin im Rudern. Am Samstag gelang der jungen Frau
im spanischen Banyoles die Krönung einer so überaus erfolgreichen Saison.
Für den Juniorinnen Doppelvierer hatten die Bundestrainer des Deutschen
Ruderverbandes Vera Dohmen nominiert, obwohl sie in dieser Bootsgattung
nicht Deutsche Meisterin werden konnte. In vielen Tests und Trainingslagern
hatte sich Dohmen, die das Rudern bei der Rudergesellschaft Heidelberg
erlernt hat, den Platz im Deutschland-Doppelvierer erkämpft und damit die
rundweg positiven Eindrücke der vielen Frühjahrsregatten bestätigt. Schon am
vergangenen Donnerstag war der Doppelvierer mit Vera Dohmen einen souveränen
Vorlauf gefahren. Mit der schnellsten Zeit aller gestarteten Boote gelang
man ungefährdet ins Finale und sparte sich damit kräftezehrende
Hoffnungsläufe. Dieses unerwartete Ergebnis weckte auch bei Heimtrainer
Harald Punt erste Hoffnungen auf einen Podestplatz, vom Titel wagte aber
auch er nicht zu sprechen.
Am vergangenen Samstag war in Banyoles dann Finaltag für die olympischen
Bootsklassen, zu denen auch der Frauen Doppelvierer zählt. Mit einem
vulminanten Start schockierte das DRV-Quartet die Konkurrenz erneut und
konnte bis zur Hälfte des Rennens einen sechs Sekunden Vorsprung heraus
rudern. Die letzten tausend Meter des zweitausend Meter dauernden Rennen
waren dann dazu da, den Vorsprung zu halten und ja keinen Fehler mehr zu
begehen. Keiner der Konkurrenten hatte mehr die Luft, sich an die deutsche
Formation heranzuarbeiten, die mit technisch einwandfreiem Ruderstil den
Weltmeistertitel nach Hause fuhr.
Ungläubige Freude und grenzenloses Erstaunen über die eigene Dominanz
prägten den Bericht Dohmens an ihren Heimtrainer, der zur gleichen Zeit mit
dem Heidelberg-Achter in Cannes weilte.
Die Deutsche Nationalmannschaft wird heute am Vormittag auf dem Flughafen
Düsseldorf zurück erwartet. Vera Dohmen wird von dort voraussichtlich mit
der Bahn zurück nach Heidelberg fahren, wo sie am frühen Nachmittag erwartet
wird.
Der Heidelberger Ruderklub, der mit Katharina Fricke am nächsten Wochenende
bei der U23 WM ein weiteres heißes Eisen im Feuer hat, gibt anlässlich des
Erfolges von Vera Dohmen nach den großen Ferien am 17. September um 19.00
Uhr einen Empfang in seinem Bootshaus, zu dem er schon heute alle
Mitglieder, Gönner, Sponsoren und potentielle Sponsoren recht herzlich
einlädt.

Holger Xandry