HRK-MLP-Heidelberg-Achter in Hamburg Zweiter

Bei den 2. Speedrows, die am vergangenen Wochenende in Hamburg auf der
Binnenalster über die Bühne gegangen sind, dominierten die beiden
Deutschland-Achter bei den Damen und Herren den Wettbewerb. Beide Male
überquerten die T-Mobile Teams des Deutschen Ruderverbandes, die zum
Teil
mit Nachwuchskräften aus dem zweiten Glied aufgefüllt worden waren,
als
erste die Ziellinie. Zuvor mussten in mehreren Ausscheidungsrennen zum
Teil
hochkarätige Nationalteams ausgeschaltet werden. Bei den Speedrows
rudern
immer nur zwei Teams gegeneinander, der Verlierer ist aus dem
Wettbewerb,
der Sieger ist eine Runde weiter. Der HRK-MLP-Heidelberg-Achter – seines
Zeichens viermaliger Deutscher Sprintmeister – war sehr gut vorbereitet
nach
Hamburg angereist. Das Team hatte sich zuvor bei der Bootswerft Empacher
in
Eberbach auf eigene Rechnung einen nagelneuen Achter ausgeliehen, der
durch
eine höhere Bordwand und eine bessere Steifigkeit den bekanntermaßen
widrigen Bedingungen in Hamburg trotzen sollte. Groß war demnach der
Optimismus, nachdem man ja schon im vergangenen Jahr als einziges
Vereinsboot bis ins Finale dieses exklusiven Wettbewerbs rudern konnte.
Als
die deutschen Sprintexperten, wurde der Achter des Heidelberger
Ruderklub
den auch im Fernsehen angekündigt. Eurosport übertrug die Finals am
Samstag
zwischen 17.45 und 18.30 Uhr live. Und damit sollte der Reporter recht
behalten. Im Halbfinale siegte der HRK-MLP-Heidelberg-Achter
überraschend
gegen die niederländische Nationalmannschaft, die noch vor fünf
Wochen
Silbermedaillengewinner von Athen geworden war. Demnach lautete bei den
Herren am Samstag Nachmittag das Finale, Heidelberger Ruderklub gegen
den
Deutschland-Achter. Bei schwierigen Wind- und Wasserbedingungen klappte
der
Start der Heidelberger zunächst perfekt. Mit einer leichten Führung
gingen
die Mannen von Coach Harald Punt auf die 420 Meter kurze Sprintstrecke.
Zur
Streckenhälfte entbrannte ein wuchtiger Bord an Bord Kampf. Der
Deutschland-Achter rückte Schlag um Schlag näher. Steuerfrau Anke
Krämer vom
HRK peitschte ihre Junges noch einmal nach vorn. Auf den letzten 50
Metern
ging dann trotzdem eine Luftkastenlänge an den Deutschland-Achter
verloren.
Mit über 40 Schlägen pro Minute rasten beide Boote auf die Ziellinie
zu, die
der Achter des DRV mit knapp eineinhalb Sekunden vor dem HRK erreichen
sollte. Mehr als nur ein Achtungserfolg sei dies für den
Heidelberg-Achter,
so die Reaktionen an der Strecke und in der Reportage von Eurosport.
Bleibt
abzuwarten, wie sich das Team in 14 Tagen bei den Deutschen
Sprintmeisterschaften schlägt. Eine weitere Titelverteidigung scheint
nach
diesem Rennwochenende fast schon Pflicht zu sein. Die Favoritenrolle
kann
man nach so einem Erfolg zumindest nicht mehr loswerden.

Holger Xandry