Oktober 2004


HRK-MLP-Heidelberg-Achter vor 4. Titelverteidigung

Zum nunmehr 8. Mal wird am kommenden Wochenende die Deutsche
Sprintmeisterschaft im Rudern ausgetragen. In diesem Jahr hat Münster vom
Deutschen Ruderverband den Auftrag zur Durchführung dieser populären
Veranstaltung erhalten. Auf einer Streckenlänge von nur 500 Metern bietet
sich den Zuschauern ein besonderes Spektakel, das beinahe über die gesamte
Strecke gut mitverfolgt werden kann. Als im Jahr 2000 die
Sprintmeisterschaft in Heidelberg ausgetragen wurde, säumten mehrere tausend
Zuschauer auf der Neckarwiese die Rennstrecke. Nicht zuletzt wegen des
HRK-MLP-Heidelberg-Achters, der damals zum ersten Mal Deutscher
Sprintmeister wurde und seither diesen Titel Jahr für Jahr erfolgreich
verteidigte. Von Anfang an dabei waren Jens Klein und Hans Winter die
Urgesteine des Heidelberger Ruderklub. Ihr großer Traum ist es nun zum 5.
Mal den Titel zu holen und damit einen sicherlich lange bestehenden Rekord
aufstellen zu können. Unterstützung haben die beiden durch Harald Punt, den
Cheftrainer des HRK, Anke Krämer, die die wichtige Position der Steuerfrau
einnimmt sowie die Mannschaftskameraden Dirk Marterer, Wolfgang Walter,
Simon Eckart, Johannes Hermes, Sebastian Buss und Slobodan Mögle. Die
Erfolge der Crew zunächst in Cannes und dann in Hamburg, wo man vor 14 Tagen
den Silbermedaillengewinner von Athen schlagen konnte führen unmittelbar zu
einer Favoritenrolle. Doch Coach Harald Punt warnt; in einem Interview
meinte er: „Wir dürfen die Berliner nicht unterschätzen, auch Krefeld,
Osnabrück und Giesen haben starke Teams vorzuweisen. Ob die Routine und die
Eingespieltheit der Mannschaft ausreichen wird, muss sich erst zeigen.“ Mit
insgesamt neun Booten ist ein stattliches Feld am Start, am Sonntag werden
sechs Boote im Finale stehen. Dann wird sich zeigen, ob sich das lange und
harte Training für den MLP-HRK-Heidelberg-Achter auch 2004 gelohnt hat.
Mit der zweiten Meldung des Heidelberger Ruderklub zur Deutschen
Sprintmeisterschaft geht eine interessante, ganz neue Formation an den
Start. Sozusagen die Creme de la Creme des
Baden-Württembergischen/Heidelberger Ruderns hat sich in einem Doppelvierer
zusammen gefunden. Juniorenweltmeisterin Vera Dohmen, U 23 Vizeweltmeisterin
Katharina Fricke, Deutsche Meisterin Kathleen Rodewald und die
Baden-Württembergische Meisterin Anique Punt, das sind die Namen und Titel
der vier Damen, aus denen Trainer Harald Punt in kürzester Zeit ein Team zu
formen versucht. Man darf gespannt sein, ob hier, ähnlich wie im Jahr 2000
als Kristiane Palm, Claudia Seeler, Heike Grunert und Antje Fljorin zuletzt
für den HRK den Titel in dieser Bootsklasse holten, wieder ein Triumph
möglich ist. 11 Gegner, darunter die Meisterinnen des Vorjahres aus
Ludwigshafen, werden gehörig etwas dagegen haben.
Mit Roger Palumbo und Christopher Scholze werden zwei Junioren der
Altersklasse A in Münster ihr Glück versuchen. Scholze/Palumbo zeigten
zuletzt in Limburg mit einem Sieg, dass sie von ihrer hervorragenden Form
aus dem Frühjahr nichts eingebüsst haben. Vierzehn gemeldete Boote bedeuten
für die beiden Skuller des HRK in jedem Fall ein Halbfinale fahren zu
müssen.

Holger Xandry

Rasmus Nagel gewinnt fünf Rennen

Während der HRK-MLP-Heidelberg-Achter in Hamburg bei den Speedrows gegen den
Deutschland-Achter um Sieg und Ehre kämpfte, waren die Jungen des
Heidelberger Ruderklub mit ihren Trainerinnen Gerda Ott und Julia Bruch in
Nürtingen zur Regatta angetreten. Gleich vorweg, es war ein erfolgreiches
Unternehmen. Trotz widriger Bedingungen, es regnete und der Regattaplatz
stand unter Wasser, wurden von den „Jungklüblern“ 13 der insgesamt 27
gemeldeten Rennen gewonnen. Immerhin noch 12 Mal wurde der 2.Platz erzielt.
Eine stolze Ausbeute zu der Vera Funke, Johanna Habicht, Christopher Herpel,
Simon Bessler und Steuerfrau Maxi Krämer im Jungen und Mädchen Doppelvierer
mit Steuerfrau der 13-jährigen gleich zwei Siege am Samstag und am Sonntag
steuern konnten. Jeweils mit einer überzeugenden Leistung fuhr das Quartett
ungefährdete Start-Ziel-Siege nach Hause.
Ähnlich souverän war der zweite Vierer des HRK, in der Besetzung Fabian
Dohmen, Johannes Brado, Rasmus Nagel, Oliver Bassemir und Steuerfrau Vera
Funke bei den ein Jahr älteren Junioren. In ihrer Abteilung wollte die Crew
ebenfalls keinem Gegner zu irgend einem Zeitpunkt den Vortritt lassen. Mit
der schnellsten Zeit aller sechs gemeldeten Boote (1. und 2. Abteilung
zusammen) bleibt der Klubvierer in diesem Jahr in Baden-Württemberg
ungeschlagen.
Dass Steuerfrauen nicht nur leicht sein und gerade steuern können müssen,
sondern unter Umständen auch hervorragende Ruderinnen sein können, bewiesen
Maxi Krämer und Vera Funke, die Steuerfrauen der beiden oben genannten
Vierer. Sie machten den Sieg im Mädchen Einer Leichtgewicht an beiden
Regattatagen nach beherzten Rennen unter sich aus, wobei Vera Funke jeweils
die Oberhand behielt.
Anjali Magin, junge Hoffnungsträgerin des HRK, hatte es nicht leicht in
Nürtingen. Sie war gleich für vier Rennen gemeldet. Zwei Mal im Mädchen
Einer und zwei Mal mit ihrer Partnerin Johanna Habicht im Mädchen
Doppelzweier. Im Doppelzweier mussten sich die beiden Heidelbergerinnen am
Samstag lediglich den ein Jahr älteren Deutschen Meisterinnen geschlagen
geben. Im Einer siegte Magin am Samstag nach einem hart umkämpften Rennen im
Endspurt und wurde am Sonntag achtbare Zweite.
Was Anjali Magin bei den Mädchen, ist Rasmus Nagel bei den Jungen. Gleich
fünf Mal fuhr Nagel in Nürtingen an den Start, und fünf Mal sollte er als
Erster die Zielglocke läuten hören. Vom Doppelvierer über den Doppelzweier
mit Partner Johannes Brado, der in Nürtingen auch vier Mal erfolgreich war,
bis in den Einer waren alle Bootsgattungen außer dem Achter vertreten.
Besonders erwähnenswert, Nagel siegte zur Freude seiner Trainer gleich bei
seinem ersten Start in einem Einerrennen und war gemeinsam mit Johannes
Brado im Doppelzweier die schnellste Zeit aller acht gemeldeten Boote
gefahren.
Christopher Herpel und Simon Bessler mussten sich im Jungen Doppelzweier der
13/14-jährigen mit überwiegend älteren Konkurrenten messen und fuhren zwei
sehr gute Rennen, die ihnen zwei achtbare zweite Plätze einbrachten.
Sophia Jakob im Mädchen Einer der Vierzehjährigen sowie Carlo Brunold,
Vincent Schipperges, und Philipp Thomas, Antonius Bramm im Jungen
Doppelzweier der Zwölfjährigen rundeten mit ihren Siegen das hervorragende
Abschneiden der Klubjugend in Nürtingen ab.

Holger Xandry