Langstreckentest des Landesruderverbandes in Mannheim
Jedes Jahr im Spätherbst lädt der Landesruderverband Baden-Württemberg
Rennruderer aus ganz Deutschland zu einem Leistungstest nach Mannheim ein.
Vorwiegend süddeutsche Vereine folgen dieser Einladung und lassen die Form
ihrer Sportler überprüfen. Für den Landesruderverband und seine
Auswahltrainer bietet die Langstrecke eine hervorragende Möglichkeit, sich
insbesondere vom Leistungsstand der baden-württembergischen Ruderer einen
Eindruck zu verschaffen und die Besten in einzelne Kader zu berufen.
Auf dem Altrheinarm bei Sandhofen musste am vergangenen Sonntag eine Strecke
von insgesamt 6.000 Metern absolviert werden. Im Minutenabstand wurden die
Boote 3.000 Meter den Rhein aufwärts geschickt. Dort befand sich eine
Wendemarke und anschließend ging es die 3.000 Meter wieder zurück ins Ziel.
Nur bei der Langstrecke müssen Rennruderer während einem Wettkampf ihr Boot
einmal wenden. Wer sich hier geschickt anstellt, kann durchaus die ein oder
andere Sekunde auf die Konkurrenz gutmachen.
Nicht nur geschickt, sondern auch in einer außergewöhnlich guten
Frühverfassung präsentierte sich Steven Punt vom Heidelberger Ruderklub in
Mannheim. Im Männer Einer B Leichtgewicht konnte keiner der zwölf
Konkurrenten Punt das Wasser reichen. Mit mehr als einer halben Minute
Vorsprung auf den Zweitplatzierten Franz Gravenhorst aus Karlsruhe
deklassierte Punt das gesamte Feld. Das Geheimnis des Erfolges, so Trainer
und Vater Harald Punt, „Steven kann endlich wieder voll Power trainieren.
Nach überstandener, schwerer Verletzung vor zwei Jahren und Abitur im
letzten Jahr, studiert Steven jetzt in Heidelberg und hat sich hier eine
Wohnung genommen. Die Voraussetzungen stimmen also, und dieser erste
erfolgreiche Schritt in die neue Saison zeigt, dass es jetzt endlich
aufwärts geht.“
Aufwärts, das ist auch die Tendenz für Benedikt Jammers und Felix Küppers.
Die beiden Ruderklübler sind im Junioren A Zweier ohne Steuermann an den
Start gegangen und haben mit ihrem 3. Platz gleich gezeigt, dass sie in
Baden-Württemberg zur Spitze gehören. Dies bezeugt auch die Tatsache, dass
beide, nach Aussage ihres Trainers Harald Punt, vom Verbandstrainer für
einen Pool nominiert wurden, aus dem ein baden-württembergischer
Verbands-Achter entstehen soll.
Falk Hößler von der Rudergesellschaft Heidelberg und Markus Schnitzer vom
Ludwigshafener Ruderverein bildeten im Männer B Zweier ohne Steuermann
Leichtgewicht die schnellste Formation in Mannheim. Sage und schreibe 43
Sekunden legten die beiden zwischen sich und die Zweitplatzierten aus
Offenbach/Limburg und weitere 9 Sekunden auf die Stuttgarter
Rudergesellschaft. Ein schöner Erfolg für den RGH-Ruderer Hößler, der auf
eine spannende neue Saison hoffen lässt.
Bester baden-württembergischer Einerruderer im Junioren A Leichtgewicht ist
Moritz Krämer vom HRK. Mit einer Zeit von 25 Minuten 13 Sekunden landete
Krämer unter 32 Ruderern auf einem hervorragenden 7. Platz. Auch Fabian
Hanpft war als 13. noch in der ersten Hälfte des riesigen Feldes zu finden.
Für beide ist die neue Saison gleichbedeutend mit dem ersten Jahr in einer
neuen Altersklasse. Dies bedeutet, dass viele Konkurrenten älter sind als
sie selbst, was die Platzierungen in Mannheim weiter aufwertet.
Der 2. und 3. Platz sind das Ergebnis von Johannes Brado und Florin Küppers
sowie Oliver Bassemir und Rasmus Nagel im Junioren B Doppelzweier. Lediglich
die Hanauer Sirim/Förster waren eine Klasse für sich und nicht zu schlagen.
Ebenfalls in der Altersklasse B, den 15- und 16jährigen, war Charlotte
Keller von der Rudergesellschaft Eberbach an den Start gegangen. In ihrem
Einer belegte Keller unter 18 Ruderinnen einen sehr guten 4. Platz und war
mit 3 Sekunden Rückstand auf die Zweitplatzierte auch von den Zeitabständen
her ganz nah an der Spitzengruppe dran.
Holger Xandry
