17 Siege für den Heidelberger Ruderklub
Wolkenlos war am Samstagmorgen der Himmel über dem Neckar, als an der Theodor-Heuss-Brücke zum ersten Mal das Startsignal „Bereit? Los!“ ertönte. Mehr als 600 Ruderinnen und Ruderer waren nach Heidelberg gekommen, um sich in über 200 Einzelrennen miteinander zu messen. Leichter Westwind sollte an den Renntagen die Temperaturen – zumindest auf dem Wasser – etwas erträglicher machen.
Im ersten Rennen der Regatta waren es die beiden RGH-Ruderer Sebastian Hofmann und Sebastian Tyczewski, die den Breisachern Klein und Barst das Leben schwer machten und einen achtbaren zweiten Platz errangen.
Den ersten Heidelberger Sieg des Wochenendes erzielten Maxime Krämer, Vera Funke, Kathrin Jaegers, und Karla Siegert mit Steuerfrau Ines Tunlez im Mädchen Doppelvierer der 13 und 14-jährigen. Nach einem spannenden und kräfteraubenden Rennen waren es auf der Ziellinie gerade einmal drei Sekunden Vorsprung auf den Ludwigshafener RV und vier Sekunden auf den GTRV Neuwied. Maxime Krämer und Vera Funke sollten ihrer Trainerin Gerda Ott im Verlaufe der Regatta weiteren Grund zur Freude bieten. Am Sonntag schlugen Sie im Doppelzweier die Ludwigshafenerinnen Ilena Saver und Celine Gerner.
Carlo Brunold und Antonius Bramm, die Jüngsten im Team des HRK taten es ihren Vereinskameradinnen gleich. Sie gewannen im Jungen Doppelzweier der 12 und 13-jährigen nach einem klar dominierten Rennen, mit sagenhaften 14 Sekunden Vorsprung vor dem RV Bad Wimpfen. Die Heilbronner RG Schwaben belegte mit weiteren 24 Sekunden Rückstand den dritten Platz. Dass dieser Sieg kein Zufall war zeigte Carlo Brunold am Sonntag, als er im Einer Andreas Hein aus Bad Wimpfen deutlich hinter sich lies.
Ein beeindruckendes Rennen lieferten die Junioren B um Schlagmann Florin Küppers im Doppelvierer ab. Bord an Bord kämpften sich die Boote vom Heidelberger Ruderklub und vom RC Reuss Luzern den Neckar abwärts Richtung Ernst-Walz-Brücke. Das größere Stehvermögen gab letztendlich den Ausschlag zu Gunsten des HRK. Mit einem fulminanten Endspurt gewannen Küppers, Brado, Nagel und Bassemir mit einer halben Bootslänge vor den starken Schweizern und der Frankfurter RG Germania. Küppers und Nagel bildeten am Sonntag dann einen erfolgreichen Doppelzweier, der die Ruderer aus Waiblingen und Esslingen auf die Plätze verwies.
Max Thomas und Moritz Krämer legten dann wenige Minuten nach dem Sieg des Doppelvierers am Samstag nach und siegten im Junioren Doppelzweier A Leichtgewicht. Einzige Gegner waren Ernst Matthies und Johannes Saver vom Ludwigshafener RV. Mit knapp drei Bootslängen Rückstand auf das Klubboot bestand für die Ludwigshafener zu keiner Zeit des Rennens eine echte Chance auf den Sieg. Seine hervorragende Form unterstrich Moritz Krämer dann am Sonntagvormittag, mit dem am Vortag noch verletzten Fabian Hanpft, bei den Senioren im Männer Doppelzweier A Leichtgewicht, den sie mit fünf Sekunden vor Karlsruhe und weiteren 20 Sekunden vor Lauffen gewinnen konnten. Diesem zweiten Erfolg lies Krämer, ebenfalls mit Fabian Hanpft, am Sonntagmittag den Dritten im Doppelzweier bei den Schwergewichten folgen.
Ein sehr gutes Rennen fuhr auch Sandra Schnitzer ebenfalls vom Ludwigshafener RV. Ihre Gegnerin vom HRK, Katharina Fricke, war krankheitsbedingt ganz offensichtlich noch nicht in der Lage bei dieser Hitzeschlacht mehr als den zweiten Platz herauszurudern. Fricke war vor zwei Monaten schwer erkrankt und konnte erst in der letzten Woche wieder ins Trainingsgeschehen eingreifen. So gewann Sandra Schnitzer mit sechs Sekunden vor Fricke und weiteren 26 Sekunden vor der Bambergerin Hannah Steinberg.
Am Abend des ersten Wettkampftages ging es dann noch einmal Schlag auf Schlag. Den ersten Grund zur Freude hatten die Damen des Heidelberger RK. Am Ende eines spannenden Doppelviererrennens stand der klare Triumph für Anique Punt, Kathlen Rodewald, Katharina Gerking und Katalin Fejes Todt fest. Mit einer sehr guten Zeit von 5:10.2 konnten die starken
Ludwigshafenerinnen um Sandra Schnitzer mit vier Sekunden Differenz auf den zweiten Platz verwiesen werden.
Steven Punt und Andreas Dorbach gewannen anschließend souverän ihre Einerrennen bei den Leichtgewichten. Den Abschluss bildete dann erneut Katharina Fricke, die erstaunlich gut erholt vom Rennen des Nachmittags bei den Leichtgewichts Frauen deutlich vor Martina Bösch aus Ulm, Sarah Schmitt aus Mainz und Anna Gehring aus Bamberg über die Ziellinie ging.
Philipp Thomas und Antonius Bramm sowie Christopher Herpel und Simon Bessler, alle Vier Mitglied der Rudergruppe von Gerda Ott vom Heidelberger RK, gewannen in zwei äußerst spannenden Rennen am Sonntag im Jungen Doppelzweier der 12/13 bzw. 13/14-jährigen mit deutlichem Vorsprung vor der Stuttgarter- bzw. Mannheim RG. Den Abschluss zweier bestens organisierter Regattatage bildete erneut das Trio Steven Punt, Andreas Dorbach und Katharina Fricke. Mit den Siegen 16 und 17 machten Punt und Fricke die hervorragende Bilanz des Heidelberger Ruderklub perfekt, Andreas Dorbach wurde im „Leichten Einer“ zweiter. Der letzte Sieg der 71. Heidelberger Ruderregatta war dann jedoch dem Männer Achter der Frankfurter RG Germania vorbehalten. Sie schlugen an beiden Tagen die Renngemeinschaft Mannheimer RV/Bremer RV/Miltenberger RC und den Karlsruher RV Wiking. Die Teamwertung und damit ein Paar nagelneue Skulls gewann ebenfalls die Frankfurter RG Germania.
Holger Xandry
