Heidelberg. (MR) „Mal schauen, was möglich ist“ – mit dieser Einstellung fuhren Katharina Fricke vom Heidelberger Ruderklub und ihre Gießener Partnerin Stephanie Primus zur Studenten-Weltmeisterschaft der Ruderer im litauischen Trakai. Da das Meldeergebnis vorher nicht bekannt war, wussten die beiden Leichtgewichtsruderinnen nicht so recht, wie sie die Konkurrenz im leichten Frauen-Doppel-Zweier einzuschätzen hatten. „Einen gewissen Druck verspürten wir dadurch, dass Stephanie vor zwei Jahren mit ihrer Partnerin Weltmeisterin geworden war“, erzählt Katharina Fricke. Doch deshalb ließen sie sich im Vorfeld nicht verrückt machen. Im Vorlauf trafen die drei späteren Medaillengewinner zufällig gleich aufeinander. Nach dem dritten Platz hinter Kanada und Polen war der Optimismus bei den beiden Deutschen leicht gesunken. Die Kanadierinnen hatten damit direkt das Finale erreicht, Fricke/Primus wurden dann im Hoffnungslauf hinter Polen Zweite. Auf der gut ausgebauten Regattastrecke in Trakai, etwa 30 Kilometer von der litauischen Hauptstadt Wilnius entfernt, war es zwar teilweise sehr windig, aber die Bedingungen waren laut Fricke für alle gleich fair. Im Endlauf setzten sich die drei Favoriten schnell ab, und Kanada siegte schließlich mit fast sechs Sekunden Vorsprung vor den Polinnen. Fricke/Primus steigerten sich ein weiteres Mal und holten mit gut drei Sekunden Rückstand auf Polen die Bronzemedaille. „Das war ein schönes Finale, weil wir den Rückstand auf Polen gegenüber dem Hoffnungslauf um zwei Sekunden verringern konnten“, freute sich Katharina Fricke über ein weiteres Mal Edelmetall in ihrer erfolgreichen Karriere. Das gemeinsame Training mit Stephanie Primus in Gießen, Heidelberg und bei einem Lehrgang in Hamburg hatte sich gelohnt. Nun hat für die Heidelbergerin wieder das Studium Vorrang, ob sie noch eine Herbst-Regatta mitfährt, hat sie noch nicht entschieden.
Für die deutschen Ruderer gab es in Trakai im Frauen-Vierer ohne Steuerfrau eine weitere Bronzemedaille, ansonsten waren noch zwei Finalteilnahmen im leichten Männer-Doppel-Zweier und im Frauen-Doppel-Zweier zu verzeichnen.
Michael Rappe
