Insgesamt Platz zwei für die deutschen Ruderer auf den europäischen Hochschulmeisterschaften; Gold für Vera Dohmen
Zagreb. (jb) „Ich bin im meinem Leben noch nie so ein schönes Rennen gefahren“ freute sich Katlehn Rodewald über ihren zweiten Platz im Riemen-Vierer bei den European Universities Rowing Championchips (EURC). Zusammen mit Schlagfrau Katharina Fricke, Jessica McAlear und Anna-Lena Schatten musste sie am Wochenende in Zagreb nur hinter der polnischen University of Economics zurückstecken, die auf der zweiten Streckenhälfte mit höherem Durchhaltevermögen punktete.
Auch im Achter war die Heidelberger Mannschaft mit ihrem Rennen hoch zufrieden. Beim Bahnverteilungslauf am Donnerstag hatte es zur drittbesten Zeit gereicht, und im Finale sah es nach 500 Metern noch nach Medaillenglück aus. Mit nur sieben Zehnteln lag die Mannschaft auf Platz zwei hinter Utrecht University, mit immerhin zwölf Zehntelsekunden Abstand auf das Boot aus Birmingham. Und obwohl die Mannschaft weiterhin einen guten Streckenschlag fuhr, zogen auf der weiteren Strecke sowohl die Briten, als auch die Züricher noch vorbei. „Für uns war hier einfach nicht mehr drin“, würdigte Trainer Falko Lohberger den vierten Platz und das hohe Niveau der Gegner.
„Leider haben wir in Deutschland keine solche Hochschulsportkultur, wie sie beispielsweise in Holland oder Großbritannien verankert ist. Wir waren schon froh, genug Interessentinnen für unseren Achter zusammenzubekommen – daher freut es uns so sehr, den ausländischen Auswahlmannschaften Paroli bieten zu können“, kommentierte Ruderin Marieke Neubauer. Auch sei man in Deutschland immer auf einen guten Verein im Hintergrund angewiesen. Ohne die Unterstützung des Heidelberger Ruderklubs, der Bootsmaterial und Trainer stellte, sei für die Ruperto Carola die Teilnahme in Zagreb ebenso wenig denkbar gewesen, wie für die meisten anderen deutschen Hochschulmannschaften.
Umso erfreulicher ist es, dass die deutschen Universitäten in der Länderwertung noch auf den zweiten Platz kam – mit vier Siegen und insgesamt 11 Medaillen bei 16 Rennteilnahmen. Ihren Anteil hatte daran auch HRK-Mitglied Vera Dohmen, für ihren Studienort Karlsruhe startete: im Finale der Frauen-Einer düpierte sie ihre Gegnerinnen und wurde mit vier Bootslängen Vorsprung Hochschul-Europameisterin.
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Am kommenden Sonntag ist es wieder soweit: die Rugbybundesliga startet mit 2 Heidelberg – Derbys für den HRK. Der Klub wird gegen die Löwen aus Handschuhsheim das erste Spiel der Saison austragen und anschließend spielen die 2ten Mannschaften gegeneinander.
Die Stimmung im Seniorenkader ist sehr gut, die Vorbereitung der Mannschaften war Klassen besser als in der Rückrunde der letzten Saison und das, obwohl Urlaubszeit ist. Natürlich sollten für 2. Bundesliga – Mannschaften mehr als 40 Leute bei jedem Training auf dem Platz sein, aber das ist ein Luxus, den man sich in der Urlaubszeit nicht immer leisten kann. Aber auf insgesamt 38 Spieler kam man dann doch in der Vorbereitungsphase.
Der neue Trainer Murray Archibald leitet ein straff organisiertes Training, in welchem man fast durchgehend den Ball in der Hand hat und eigentlich gar nicht merkt, wie viel man läuft.
Auch Sean Armstrong, der quirlige australische Gedrängehalb, welcher in der letzten Saison /Hinrunde für den HRK auflief, ist wieder in Heidelberg eingetroffen, um zusammen mit Jaco Erasmus (SA) und Julio Rodrigues (VZ,) beide aus ihrem Heimaturlaub zurück, den Klub zu verstärken.
Neuzugänge sind eigentlich alles alte Bekannte. So konnten mit Manuel Ballarin, Dominik Bastian und Mark Kielnecker 3 Spieler, welche in der Vergangenheit schon für den HRK spielten, zurück gewonnen werden.
Jörg Bielinski und Mark Biesinger sowie Markus Ehrhard wendeten ihren alten Vereinen TSV und SCN zu den Rücken und schlossen sich ebenfalls dem Team vom HRK an
Wir sind zuversichtlich, die Schlappe aus der letzen Begegnung der letzten Saison gegen den TSV wettzumachen und ein Feuerwerk zu veranstalten.
Die Senioren B Mannschaft hat ihre Ziele etwas niedriger gesteckt im ersten Jahr. In der 2ten Bundesliga Süd wird primär der Klassenerhalt angestrebt, natürlich ist ein Sieg auch hier das Ziel. Dies gestaltet sich allerdings gegen ein gut aufgestelltes Team, das schon Jahre in der 2ten Liga besteht, als Aufsteiger mit einer jungen Mannschaft eher schwierig, aber nicht unlösbar.
Alles in allem sind alle Spieler heiß aufs erste Spiel und wollen es richtig krachen lassen.
Natürlich geht das am besten mit den Klubfans, die hoffentlich alle zahlreich im Lionspark vertreten sein werden, um unsere Mannschaften an diesem Rugbysonntag richtig zu unterstützen
Alexander Wiedemann
Montag, 21.7.08
Die letzte Woche in Durban begann für uns wie die vorherige Woche aufgehört hatte – mit dem Kontaktspiel. Heute wurde in einer Kombinationsübung unter der Leitung von Balie
Swart noch einmal alles kompakt zusammengefasst, was wir letzten Freitag gelernt hatten: eine einfache 2 gegen 1 Situation, den Hit&Spin, Target Shooting und zum Abschluss noch der Snake. Am Anfang klappte die Übung nur durchwachsen, bei allen schien noch das lange Wochenende in den Köpfen zu sein. Doch dies sollte nicht mehr lange andauern. Mit einer kurzen Standpauke von Balie wurden auch die letzten wieder zurück in die Realität des Trainingsplatzes geholt und von nun an lief alles wie gewünscht. In einem abschließenden Wettbewerb, in dem jede Nation einen Durchlauf durch die verschiedenen Kontaktsituationen zeigen musste, standen am Ende wir Deutsche und die Japaner im Finale. Nachdem auch das Stechen keinen Sieger hervorbrachte, regelten wir die Sache wie richtige Männer: im Schnick-Schnack-Schnuck behielten dann letztendlich wir die Oberhand und gewannen den äußerst spaßigen Wettbewerb unter dem Jubel unserer britischen Freunde!
Der Rest des Tages verlief ansonsten wie immer. Die Life Skill Session beinhaltete die Professionalisierung des Rugbys und die darauf folgende Krafteinheit (Beine) sowie das Sprinttraining ließen uns das erholsame Wochenende bereits wieder komplett vergessen.
Dienstag, 22.7.08
An diesem Tag stand für mich, wie sich später herausstellen sollte, das letzte Training auf dem Programm– die nächsten Tage schleppte ich mich mit einer fiebrigen Virusinfektion, die die Runde machte, über den Trainingsplatz und mir blieb leider nichts Anderes übrig als meinen Kameraden beim Training zuzuschauen.
Das Hauptaugenmerk der heutigen Trainingseinheit lag für die Stürmer auf der Bildung eines sauberen Paketes, vor allem in Hinsicht auf den neuen Regeln. Auch hier mussten wir wieder feststelle, dass die Art ein Paket zu bilden in Südafrika nichts mit der Variante in Deutschland zu tun hat. Einen eindrucksvollen Beweis der Effizienz dieser Technik lieferte am Wochenende das Spiel der Sharks gegen die Lions, in dem ein ums andere Mal so ein Paket mit deutlichem Raumgewinn abgeschlossen wurde. Die Gedrängehalbs und Verbinder sowie andere 3/4ler befassten sich in der Zwischenzeit mit Swys mit taktischem Kickspiel, dass hauptsächlich die Box-Kicks betraf. Am Nachmittag ging es dann nicht wie üblich zur Life Skill Session, sondern wir machten einen Ausflug in das Sharks Board Durbans. Das Sharks Board ist eine Art Haiforschungsinstitut. Sie sind unter anderem verantwortlich für die Wartung des Hainetzes, dass an allen Stränden Durbans vor der Küste aufgespannt wurde, um Haiattacken an den Stränden zu vermeiden. Dieses Hainetz wurde vor knapp 60 Jahren installiert, nachdem an einem Tag 13 tödliche Haiattacken in Durban registriert worden sind. Seit der Installation des Netzes gab es keine einzige tödliche Haiattacke mehr. Im Sharks Board schauten wir uns zunächst einen 30minütigen Film über eben jenes Hainetz und die verschiedenen Haiarten an, danach schauten wir uns eine Haiseziershow an, in der vor unseren Augen ein Hai in seine Einzelteile zerlegt wurde – ein bestialischer Gestank bei 25 Grad aber dennoch sehr interessant! Das eigentliche Highlight war aber der Moderator dieser Show. Ein möchtegern Komiker indischen Ursprungs vor dem Herrn – selten hab ich so schlechte Witze gehört, aber den kleinen Kindern schien es zu gefallen!
Abends führte uns dann der Weg ein letztes mal ins Einkaufszentrum, wo wir noch einmal die Gelegenheit nutzten um Mitbringsel für unsere Familien oder auch einfach nur Rugbysachen für uns zu kaufen – man wurde hier wirklich erschlagen von dem Angebot und man wusste gar nicht, was man noch alles kaufen sollte! Das Gepäcklimit auf dem Rückflug bereitete uns schon seit Tagen Kopfzerbrechen!
Mittwoch, 23.7.08
Heute stand das letzte richtige Training auf dem Programm. Der Schwerpunkt lag heute auf dem Thema „Decision Making“, was laut unserer Trainer der wohl schwierigste Teil im gesamten Rugbyspiel ist. Um das Treffen der Entscheidungen herauszufordern brachten die Trainer uns in Situationen, in der man unter starkem Druck innerhalb kürzester Zeit Entscheidungen treffen muss. Gruppen von je 6 Spielern mussten durch 6 Verteidigungsreihen a 2 Verteidigern durchbrechen und um das ganze noch zu erschweren war der Abstand zwischen den Verteidigungsreihen nur ca. 5 Meter. Am Anfang ging einiges schief doch mit der Zeit wurde allen klar worauf die Trainer hinauswollten und hier schloss sich dann der Kreis der 6 Prinzipien, die wir am ersten Trainingstag vorgepredigt bekamen: die Unterstützung aus der Tiefe und der Zug nach vorne sind unabdingbar um einen Angriff unter starkem Druck erfolgreich abzuschließen. Nach dieser kurzen aber effektiven Trainingseinheit ging es dann wieder weiter wie immer: Essen (was uns so langsam zum Hals raus hing), Life Skill Session mit dem Thema „Verantwortung des Spielers“. Diese Life Skill Session war ein Rundumschlag und zeigte uns, was ein Spieler alles tun kann, um seine optimale Leistung abzurufen. Die Formel, die die Leistungsfähigkeit eines Rugbyspielers bestimmt, ist zunächst ganz einfach: Train Hard + Recover Well = Best Performance
Doch um diese Formel herum gibt es so viele Einflussfaktoren und Dinge die man beachten muss, um eine optimale Regeneration zu haben:
1. Das Training oder das Spiel endet nicht mit dem Verlassen des Feldes, sondern endet mit dem zu Bett gehen und der sorgfältigen Betrachtung aller Schritte, die man bis zum Schlafen gehen unternommen hat.
2. Das Prinzip der Erholung ist ein wesentlicher Bestandteil einer optimalen Leistung. Passive Erholung wie Schlafen, Lesen oder Meditation sind ebenso wichtig wie die aktive Erholung wie z.B. Dehnen, Massagen oder einem leichten Auslaufen. Ganz besonders wichtig ist der Schlaf. Vor dem Schlafen gehen sollte man unbedingt TV schauen vermeiden sondern lieber Lesen. Falls man nicht in den ersten 30 Minuten einschlafen kann, sollte man aufstehn und noch einmal ein wenig relaxen – egal zu welcher Uhrzeit, auch wenn man mitten in der Nacht aufwacht. Die ausreichende Flüssigkeits- und Nahrungszufuhr tut ihr übriges dazu.
2. Dehnen
Es gibt zwei verschiedene Arten von Dehnen: eine mit und eine ohne Bewegung. Für die Regeneration sind vor allem die statischen Dehnübungen von großer Bedeutung, die nach jedem Training in einer warmen Umgebung durchgeführt werden sollen (können auch unter der Duschen fortgeführt werden).
3. Wassertherapien
Die effektivsten und am Häufigsten genutzten Regenerationsmaßnahmen sind die sog. Wassertherapien wie z.B. Sauna, Schwimmen, Bäder oder Wechselduschen. Sie beschleunigen die Blutzirkulation und beschleunigen den Abbau von Milchsäure, der sich im Körper während eines Trainings angesammelt hat. Für direkt nach dem Rugbytraining eignen sich vor allem Wechselduschen; dabei soll man erst 30 Sekunden heiß, dann 30 Sekunden kalt duschen und dies 3 Mal wiederholen.
Bei jeder Art von Wassertherapien ist es jedoch wichtig vor, während und nach der Maßnahme ausreichend zu trinken!
4. Selbstmassage
Während intensiven Sessions, vor allem im Krafttraining, sind kurze Selbstmassagen (Oberschenkel o. Ä.) , wenn kein professioneller Physiotherapeut verfügbar ist von großem Vorteil. Sie entspannen die Muskeln und erhöhen die Leistungsfähigkeit während dem Training! Auch abends am Ende eines Trainingstages sollten Selbstmassagen durchgeführt werden.
5.Dehydrierung und Wasserausgleich
Es ist sehr wichtig, den Wasserverlust während eines Trainings auszugleichen. Wenn man nicht ausreichend trinkt kann das kommende Training bereits negativ beeinflusst werden und die Regeneration verlängert sich. Die beste Art dies zu verhindern ist das Wiegen vor und nach dem Training. Der Gewichtsverlust muss dann wieder durch 1l Flüssigkeit/kg Verlust ausgeglichen werden. Kohlenhydratreiche Drinks sowie Proteinshakes beschleunigen die Regeneration zusätzlich – diese müssen aber innerhalb der ersten 30 Minuten nach dem Training eingenommen werden.
6. Mentale Stärke und Psychologie
Alle Sportler können von einfachen Übungen profitieren, die helfen Emotionen und Gemütszustände besser zu kontrollieren. Meditation, Atemtechniken, Musik, Massagen und viele andere Entspannungsübungen helfen hierbei. Der Hauptverursacher von Stress für einen Rugbyspieler ist nämlich gar nicht der Sport selbst, sondern das Umfeld wie Studium, Prüfungen, Beziehungen, Familie oder Reisen. Manchmal kann auch bereits ein einfacher Videoabend, Lesen oder der Besuch eines Kinos dem Gemütszustand zuträglich sein – ein oft unterschätzter Bestandteil der Leistungsfähigkeit eines Sportlers!
Zum Abschluss dieses interessanten Vortrages von Roelof bekamen wir noch eine Check-Liste mit allen wichtigen Dingen, die nach dem Training zu beachten sind. So messen die Profis morgens nach dem Aufwachen sofort ihren Puls und tragen diesen in eine Skala zusammen mit ihrem gefühlsmäßigen Zustand und dem Essen + Training des Vortages ein. So lässt sich erkennen, woran eventuelle Leistungsschwankungen liegen könnten und u. A. werden so auch Krankheiten frühzeitig erkannt – denn wenn ein Fremdkörper im Körper ist kämpft er dagegen an => der Puls steigt und Krankheiten können bereits frühzeitig eingedämmt werden.
Bakterienherd Nr.1 ist übrigens die gemeinsame Nutzung von Trinkflaschen – deswegen hat jeder Spieler seine eigene Trinkflasche!
Danach fand wie üblich noch eine Krafteinheit (Oberkörper) und eine Sprinteinheit statt. Anschließend schauten wir uns noch ein Testspiel der U20 Sharks Academy gegen die beste Rugbyschule Englands, mit einigen U18 Nationalspielern gespickt, dem U18 Team von der Wellington School an, die gerade durch Südafrika tourten! Die Sharks Academy gewann das Testspiel deutlich.
Donnerstag, 24.7.08
Heute stand der endgültig letzte Trainingstag auf dem Programm – so langsam gingen bei uns schon einige auf dem Zahnfleisch und sehnten sich den Rückflug herbei. Morgens sollte eigentlich noch einmal ein Kicktraining stattfinden, jedoch fiel das leider aus. Danach wurde noch eine Stunde Touch Rugby gespielt, dabei sollten vor allem die neu erlernten Sachen umgesetzt werden. Das Training wurde für uns jedoch schnell zur Nebensache, denn heute wollten wir unbedingt die letzte Gelegenheit nutzen ein Foto mit Frederic Michalak zumachen, der immer als letzter auf den Trainingsplatz kam und als erster wieder ging – Franzose halt. So ließen sich Markus Bender und Benni Polheim taktisch klug gegen Ende des Trainings mit „Verletzungen“ auswechseln und kurz darauf kam Michalak auch schon.

Ich hätte nie gedacht, dass ein Star wie er so freundlich und auf dem Boden geblieben ist – so was kennt man von unseren Fußballern kaum und es bestätigte sich unser Eindruck, dass alle Rugbyspieler doch im Endeffekt eine große Familie sind. Nach einigen Fotos und einem kurzen Gespräch verabschiedete sich Michalak und wünschte uns noch viel Spaß für die restlichen Tage in Südafrika!
Wer jetzt jedoch dachte, das wäre nicht zu toppen, der wurde spätestens bei den Life Skill Sessions am Nachmittag und am darauf folgenden Tag eines besseren belehrt. Am Nachmittag hatten wir die Möglichkeit, ein Interview mit dem Sharks Flanker Keagan Daniel zu führen – ein sympathischer Kerl, der uns auch gleich seine Abneigung gegenüber dem Bankdrücken zeigte „I press 110kg, but have you ever seen somebody doing bench press at the pitch?“ Das lockere Gespräch mit ihm, geführt von unserm Trainer Roelof Kotze, war ein weiteres Highlight unseres Aufenthaltes in Durban – es sollte am Folgenden Tag jedoch noch bei weitem übertroffen werden…
Die Nachmittagseinheiten waren wie schon gewohnt eine Krafteinheit für den gesamten Körper und danach ein Agility Parcours.
Freitag, 25.7.08
Heute war unser endgültig letzter Tag in der Sharks Academy gekommen. Am Morgen standen für die gesunden Spieler (Max hatte auch die letzte Woche mit Leisteproblemen frühzeitig beenden müssen) noch einmal Leistungstests an, um zu sehen inwiefern man sich im Vergleich zu Beginn des Camps verbessert hat. Nach diesen Tests war dann ein weiteres Gespräch mit 2 aktuellen Sharks Spielern geplant – was dann aber auf uns wartete übertraf unserer Erwartungen. Es waren niemand geringeres als „The Beast“ Mtawarira und Ryan Kankowski – 2 aktuelle Springboks, die wir am Wochenende noch im Fernsehen bestaunen konnten als sie gegen Australien bei den Tri Nations spielten.

Beide waren, wie alle anderen Profis die wir bis jetzt kennen lernen durften, sehr sympathisch. Überraschend war, dass Beast ein unglaublich schüchterner Junger Mann ist – bei seiner Körperstatur war das nicht unbedingt zu erwarten. Beide opferten ein Teil ihrer Freizeit, um uns Rede und Antwort zu stehen – denn sie sind selbst aus der Sharks Academy hervorgegangen (genauso wie Keagan Daniel) und waren selbst einmal in unserer Situation.
Danach ging es dann für alle Teilnehmer des Sharks Camps zu einem Abschiedessen mit allen Trainern und Betreuern in einem der exklusivsten Restaurants der Stadt – keine 2 Meter neben unserem Tisch schwammen riesige Haie in einem Aquarium!!! Es hieß also nun Abschied nehmen von allen Trainer, die uns in den letzten 3 Wochen durch ihre herzliche Art doch ans Herz gewachsen sind – zumindest Swys und Roelof werden wir hoffentlich bereits im November wieder sehen, wenn sie nach Deutschland kommen um ein Wochenende der WRA zu leiten.
Samstag, 26.7.08
Unser letzter Tag in Durban begann noch einmal mit einer schönen Beach Session am Strand von Durban. Es wurde ein wenig Touch Rugby gespielt und danach ging es noch ein letztes Mal ab in den warmen Indischen Ozean, bevor wir an einer Strandbar zusammen mit unserem Fitness Trainer André und unseren Fahrern frühstückten. Danach begannen wir unsere Taschen fertig zu packen, denn am frühen Abend durften wir noch einmal ein Currie Cup Spiel der Sharks anschauen. Es war ein wirklich bis zur letzten Minute packendes Spiel mit dem besseren Ende für die Sharks. Die lauten „Beaaaaaaaaaaaaast“ Rufe (wenn Beast den Ball bekam) waren für uns mit Sicherheit die Höhepunkte des Spiels! Nach dem Spiel grillten wir noch zusammen mit unserer Gastfamilie – die uns in den letzten 3 Wochen wirklich jeden Wunsch erfüllten – auf dem Sharks Trainingsplatz, auf dem wir die letzten 3 Wochen so viel schöne aber auch anstrengende Dinge erlebten durften! Am Abend gingen dann noch alle Spieler gemeinsam in einen Club am Stadion bevor es dann am nächsten Tag hieß: Goodbye South Africa!
Als Fazit muss ich sagen, dass der Aufenthalt an der Sharks Academy mit Sicherheit eines der schönsten und lehrreichsten Erlebnisse in meinem Leben war. Natürlich waren wir hauptsächlich dort um vieles über Rugby zu lernen, was uns sicherlich auch gelungen ist, aber vor allem die Menschlichkeit der Trainer und aller Betreuer, Manager, Sekretärinnen, Physiotherapeuten sowie allen Spielern, die wir während unseres Aufenthaltes kennen gelernt haben, machten unseren Aufenthalt in Durban zu einem unvergesslichen Erlebnis.
Wir waren während unserer 3 Wochen perfekt versorgt – sei es in unserer Gastfamilie oder sei es die medizinische Versorgung bei Verletzungen im Medical Center – und auch unsere anfänglichen Sicherheitsbedenken wurden sofort widerlegt.
Auch die große Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Menschen in Südafrika, die wir außerhalb des Rugbyplatzes kennen lernten, wird mir in guter Erinnerung bleiben und ich spiele sogar mit dem Gedanken, im nächsten Jahr für eine Saison auf der Sharks Academy zu spielen; die Kontakte sind ja jetzt geknüpft.
In unseren 3 Wochen hier in Durban mussten wir jedoch auch feststellen, was der große Unterschied ist zwischen dem deutschen Rugby und dem professionellen Rugby – die Geschwindigkeit. Technisch sind wir gar nicht so weit weg aber die Geschwindigkeit mit der hier die Angriffe ablaufen machen dann den Unterschied aus! Das zeigt uns, dass in Deutschland kein Weg an der Professionalisierung des Rugbyports vorbeiführt, ansonsten ist der Anschluss an die Weltspitze nicht zu schaffen. Ein großer Schritt hin zum professionellen Rugby ist mit der Gründung der WILD Rugby Academy bereits getan. Dieser Weg muss nun konsequent weitergegangen werden und dann bin ich mir sicher werden wir auch in Deutschland bald die ersten Erfolge sehen und international konkurrenzfähiger werden.
Ich hoffe, dass in Zukunft noch viele Spieler in den Genuss dieses Sharks Camps kommen können und dass ich meine gewonnenen Kenntnisse hier in Deutschland weitergeben und weiterentwickeln kann. Ansonsten bleibt mir nur noch einiges zu sagen:
The place to be is the Sharks Academy!!!!
Steffen Liebig